Feierabendseminar, Dezember 2009

Am 10. November 2009 führten wir in unserer Werkstatt ein Feierabendseminar für Architekten und Planer zum Thema Brandschutz durch. Die Veranstaltung wurde von rund 50 Gästen besucht. Sieben Referenten stellten ihre Produkte vor.

Ch. Wyler stellte seine Firma SWM Metallbautechnik AG vor und gab einen Einblick in die breite Produktepallette. Das Angebot von SWM reicht von einfachen Metallbauarbeiten bis zu komplexen Sicherheitstüren mit Brandschutzanforderungen. B. Badertscher demonstrierte die eigens entwickelte Brandschutzschiebetüre EI30 Design und zeigte die vielen Vorteile dieses Türsystems auf.

B. Kroh gab einen Einblick in den Glasaufbau und die Möglichkeiten von Brandschutzglas der Glas Trösch AG. Die aufschlussreichen Informationen über Widerstandsklasse, Gewicht und Aufbau der FIRESWISS-Gläser zeigten, dass der Werkstoff Glas viele Konstruktionsmöglichkeiten in erstklassigem Design bietet.

D. Rossi präsentierte die Firma Wicona Schweiz AG und zeigte einen Einblick in die Produkte von Wicona und deren Tochtergesellschaften. Nach eindrücklichen Bildern bereits realisierter Objekte und einem auflockernden Video erläuterte R. Weiss die neuen Produkte und deren technische Eigenschaften. Der Schwerpunkt wurde auf die neue Aluminium-Brandschutztüre WICSTYLE FP gesetzt.

O. Heynen zeigte die Produkte von Kaba Gilgen AG, hauptsächlich die Schiebetürsysteme SLX und EI30 Design. Auch das Projekt Westside wurde angesprochen, wo bereits über 20 Brandschutzschiebetüren im Einsatz sind. Als Vertriebspartner von Kaba Gilgen AG waren wir über den Besuch von Herrn Heynen sehr erfreut.

M. Sommer erläuterte die Aufgabe der Gebäudeversicherung Bern und erklärte, wie Zulassungen und Kriterien vergeben werden. Die GVB setzt sich stark für die Prävention von Brandunfällen ein und ist ein wichtiger Ansprechpartner für Architekten und Planer.

Nach den Präsentationen konnten zahlreiche Objekte in der Werkstatt besichtigt, getestet und besprochen werden. Die Anwesenheit der oben genannten Spezialisten war für die Architekten und Planer ein grosser Vorteil, hatten sie so doch einen direkten Ansprechpartner vor Ort. Als Anschauungsobjekte dienten ein EI30 Design-Türelement von SWM, ein mehrflügliger Glasschieber von Wicona, Brandschutz-Drehtüren mit Kaba-Schliesssystemen und weitere kleinere Elemente aus der Produktion von SWM.

Ein Apéro rundete das Feierabendseminar ab und bot Gelegenheit zum Austausch. Allen Gästen und Referenten danken wir bestens für den gemütlichen und informativen Abend!

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Atrium-Glasdach in Biel, August 2009

An der General-Dufourstrasse 18, hoch über den Dächern der Stadt Biel, befindet sich das Atrium-Glasdach der Erwachsenenbildung SANU. Das in den 50er-Jahren erstellte Dach wurde den heutigen Anforderungen punkto Sicherheit, Wärmeschutz sowie Rauchschutz seit längerem nicht mehr gerecht.

Mitte April erhielten wir durch die Stadt den Auftrag, die Dachkonstruktion zu ersetzen. Die Anforderungen an die neue Konstruktion waren hoch. So galt es, das neue Dach auf die bestehende Tragkonstruktion zu setzen, die neuen Wärmeschutzisoliergläser mit tiefem U-Wert, ein verbesserter Rahmenwärmeschutz, sechs neue Dachfenster für eine optimale Be- und Entlüftung des Atriums und der Giebel anzubringen sowie Traufwände bauphysikalisch auf einen sehr hohen Stand zu bringen. In der Planungsphase konnte nicht auf bestehende Pläne zurückgegriffen werden. Viele Details mussten vorgeplant werden, jedoch unter Berücksichtigung von Änderungen, welche erst nach der Demontage des Daches ersichtlich wurden und innerhalb kürzester Zeit realisiert werden mussten. Die neuen Elemente wurden im Betrieb auf eine maximale Transportgrösse produziert; ausgestattet mit Anschlussblechen, Isolationen und den nötigen Abdichtungsmitteln entstanden kompakte Elemente.

Nach dem Abräumen des alten Daches bis auf seine Grundkonstruktion mussten die bestehenden Fachwerkträger aus statischen und sicherheitstechnischen Gründen mittels CNS-Seilen unterfangen werden.

Dank der tatkräftigen Unterstützung der Firma Affolter  aus Schüpfen wurden sämtliche Elemente innerhalb eines halben Tages aufs Dach gehievt und montiert. Nun galt es, sämtliche Anschlüsse und Übergänge mit Holzbauer, Spengler, Dachdecker, Elektriker und Maler abzusprechen und zu koordinieren.

Dank dem schönen und heissen Wetter kamen die Arbeiten unter dem erstellten Notdach schweisstreibend schnell voran. Alle beteiligten Personen arbeiteten Hand in Hand und nach kürzester Zeit konnte das Einsetzen der Isoliergläser beginnen. Innerhalb eines Tages wurden die Gläser und Dachfenster mit Hilfe des Pneukrans eingesetzt.

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Eckdaten:
Höhe Dach über Boden / Atriumshöhe: 15 – 20 m
Abmessungen des Daches im Grundriss: 10 m x 10 m
System: Wicona Wictec 50 HI
Verglasung: Wärmeschutzverglasung ED= 40 mm, U- Wert: 1.0 W/ m2
Abmessung der Isoliergläser: 4.8 m x 0.7 m

Dachfenster System: Wicona Wictec 50
Anzahl: 6 Stück
Verglasung: Wärmeschutzverglasung ED= 40 mm, U- Wert: 1.0 W/ m2
Anforderung: RWA, manuelle Öffnung, Wind- Regenmelder

 


 

Europaweit einzigartige Brandschutzsysteme, Oktober 2008

WESTside
Im Oktober 2007 erhielten wir von der TU WESTside, Rhomberg Bau und Strabag AG, den Auftrag, für das Bauvorhaben WESTside die Brandabschlüsse von den Einstellhallen in die Kristalle zu produzieren. Die Architektur von Daniel Libeskind sah hoch transparente Bauteile vor, die gleichzeitig einen enorm hohen Brandwiderstand aufweisen mussten. Die gewünschten Bauteile existierten nicht auf dem Markt, also mussten diese entwickelt und geprüft werden. Hauptbestandteil bildeten die Stossfugenverglasung in EI30 und EI60 sowie die doppelflügligen Schiebetüren in EI30 mit Türautomaten. Dazu kamen Schürzen in EI60, Eck- und T-Ausbildungen sowie geneigte Fronten bis zu 30°. Neben den technischen Ansprüchen erwiesen sich die Terminschiene und die Logistik als Herausforderung.

SWM entwickelte Produkte in Zusammenarbeit mit KABA Gilgen und Glas Trösch. Die Prüfungen verliefen alle positiv, so dass wir sowohl für die Schiebetüren wie auch für die Stossfugen den Antrag zur Zertifizierung bei der VKF einreichen konnten.

Schiebetüre EI30
SWM hat eine doppelflüglige Schiebetüre mit einem Türautomaten von KABA Gilgen entwickelt. Die Türe wurde mit den Durchgangsmassen von 2270 mm x 2500 mm geprüft. Die Ansichtsbreite auf der Nebenkante beträgt lediglich 42 mm, in der Mittelpartie über beide Profile gemessen sogar nur 75 mm. Somit verfügen wir über die feinste EI30 Türe auf dem Markt, welche zudem Durchgangsmasse aufweist, welche bis anhin nicht möglich waren.

Stossfugen EI30 und EI60
SWM hat in Zusammenarbeit mit Glas Trösch eine Stossfugenverglasung entwickelt, welche es erlaubt, Endlosverglasungen mit einer max. Höhe von 2850 mm herzustellen. Der Glasaufbau ist monolytisch und wird in einem Stahlrahmen gehalten. Die benötigte Schürze wurde ebenfalls geprüft und kann bis zu einer Höhe von 1500 mm gebaut werden.

WESTside ist in vielen Belangen speziell, so zum Beispiel in der Geometrie der Bauteile. Kaum eine Wand ist im Senkel oder endet mit einem geraden Abschluss. Alles ist schräg und geneigt, was für den Brandschutz nicht unbedingt von Vorteil ist. Die an uns gestellte Aufgabe war eine riesige Herausforderung. Dank diesem Projekt konnten wir nicht nur einzigartige Produkte entwickeln, sondern uns auch sehr viel Knowhow  aneignen. Mit diesem Wissen sind wir auf dem Brandschutzmarkt in Zukunft eine führende Adresse und freuen uns schon jetzt auf weitere, aussergewöhnliche Projekte.

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Eckdaten:
22 Türanlagen SWM transparent
ca. 400 m2 EI60 Verglasungen
ca. 150m2 EI30
ca. 20m2 geneigte EI60 Verglasungen
ca. 150 m2 Schürzen EI60


 

Dachsanierung Kulturfabrik Bigla, März 2008

Für den Umbau des alten Fabrikgebäudes der Bigla in Biglen zum Kulturzentrum haben die ersten Bauarbeiten begonnen. Unter anderem muss das Dach erneuert werden, welches jedoch nur schwer von Innen zugänglich ist. Das Treppenhaus sowie die Durchgänge sind zu klein, um die für den Umbau nötigen Materialien in den obersten Stock zu transportieren. Den besten Zugang zum Dach hat man von oben...
Zu diesem Zweck wurde ein Pneukran nach Biglen bestellt. Der Kran wurde auf dem Vorplatz der SWM Metallbautechnik AG – welche die Sanierung des Daches ausführt - abgestellt und konnte so mit dem 60 m langen Ausleger das Dach gut erreichen. Der "grösste Mobilkran aus unserer Region" der Firma Affolter aus Schüpfen wiegt rund 72 t und war bereits 15 Min. nach seiner Ankunft einsatzbereit. Die Arbeiten dauerten beinahe einen ganzen Nachmittag, so dass die vielen interessierten Anwohner genügend Zeit hatten, den Kran zu bestaunen.

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Beck Glatz Confiseur

Beim Neubau der Produktion in Bern konnte SWM die Treppenhausverglasung sowie das grosse Dachoblicht realisieren. Die Treppenhausverglasung zeichnet sich durch eine schlanke Profilierung und einen grossen Glasanteil aus. Realisiert wurde die Verglasung im System „Raico therm“ mit der innenliegenden, tragenden Grundkonstruktion aus Stahlrohr sowie der darauf aufgebauten Trockenverglasung mit den äusseren Abdeckprofilen aus Aluminium. Die Gläser weisen nebst Wärmeschutz auch eine Absturzsicherung auf und wurden durch SWM selbst eingesetzt. Das Ganzglas-Vordach über dem Eingang ist äusserst filigran und fügt sich gut in das Fassadenbild ein.

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Hermès Boutique in Lugano

Die gesamte Ladenanlage inkl. Fassade wurde umgebaut. SWM konnte alle Fenster und Türen liefern und montieren. Die spezielle Herausforderung lag im sehr engen Terminplan sowie der planerischen Aufarbeitung, welche erst sehr spät gestartet werden konnte. Auch die vom Bauherrn und den Architekten vorgeschriebenen Ausführungsdetails waren zum Teil eher schwierig umzusetzen. Zum Auftraggeber passend war die Qualitätsanforderung enorm hoch, konnte jedoch von SWM problemlos erfüllt werden.

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Bundeshaus West

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Römerbad Uitikon

Nach dem Fund eines römischen Fussbades in Uitikon-Waldegg beschloss die Gemeinde, das Bad der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dem Architekten-Vorschlag entsprechend wählte man dafür zwei halbe Kuben, beide über die Diagonale geschnitten. Der so entstandene Würfel wurde auf dem Dorfplatz aufgestellt. Die gesamte Konstruktion ist aus Glas, der eine Teil transluzid durchscheinend, der andere klar durchsichtig, bis auf die Höhe des Bades jedoch rückseitig emailliert. Das Bad ruht auf zwei zylindrisch gegossenen Betonsäulen. Damit die Zugänglichkeit des Bades jederzeit gewährt ist, wurde eine Servicetüre eingebaut, die mit einem KABA-Zylinder abgeschlossen werden kann.
Zusätzlich musste wegen der aufwändigen Glas-Konstruktion ein Glasschwert eingebaut werden, damit die Sonderlasten der beiden Glasdächer abgetragen werden können. Die Glaskonstruktion wurde mit einem Spezialkleber geklebt, damit die grossen Belastungen aufgenommen werden können. Die mechanische Absicherung der Dachgläser mit dem tragenden Glasschwert wurde mit filigranen Punkthaltern erreicht. Für die Glashalterung unten wurden zwei unterschiedliche Rahmensysteme benötigt, beide durch die Firma SWM geplant, hergestellt und montiert. Aussen wurde ein Betonfundament erstellt für Glasauflage und Klemmvorrichtung, bestehend aus einem Träger zweiteilig ca. 350 mm hoch aus dem fertigen Boden ragend. Die Glasauflage für den inneren Kubus besteht aus einem abgekanteten U-Profil, das an der Unterfangung des Bades befestigt ist. Aussen sind nur gerade einmal 20 mm Metall sichtbar; die Metalloberfläche ist feuerverzinkt.

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Projektausarbeitung und Machbarkeitsstudie
PILKINGTON Franz Wyler Technischer Leiter

Ausführende Firma: PILKINGTON GLAS MÜNCHENBUCHSEE AG
Detailplanung: SWM Metallbautechnik, Christoph Wyler, Metallbautechniker TS


 

Labiler Wegweiser Zentrum Paul Klee

Am 20. Juni 2005 ist das Zentrum Paul Klee eröffnet worden. Architektonisches Kennzeichen des Baus von Renzo Piano ist die einmalige Wellengeometrie des Dachtragwerks aus Stahl.

Aus dem gleichen Werkstoff ist der «Wegweiser» im Zugangsbereich der neuen Berner Kulturinstitution. Hergestellt wurde das filigran wirkende, aber massive Gebilde in den Werkhallen der SWM Metallbautechnik AG in Biglen. Als innovatives Unternehmen sind wir spezialisiert auf «das Besondere» und haben deshalb die Herausforderung angenommen, Paul Klees «labilen Wegweiser» in Stahl umzusetzen.

In direkter Zusammenarbeit mit dem Renzo Piano Building Workshop, Paris, erfolgte die Produktion unter grossem Zeitdruck und in rollender Planung. Neben der Logistik und der computertechnischen Aufarbeitung der Konstruktionsdaten stellten auch die ungewöhnlichen Dimensionen der einzelnen Werkstücke unser Knowhow auf die Probe.

Dank professionellem Engagement ist die Umsetzung dieses aussergewöhnlichen Projekts gelungen: Die Stahlkonstruktion vor dem ZPK steht weithin sichtbar auf sicherem Fundament. Wir freuen uns, dass die SWM Metallbautechnik AG mit dem «labilen Wegweiser» ein so starkes Zeichen setzen konnte!

Für die Umsetzung des «Wegweisers» wurden die vom Ingenieurbüro Ludwig und Weiler aus Augsburg gelieferten Konstruktionsgrundlagen bei SWM planerisch erfasst.

Der ausgefranste Mast erforderte das Abtragen von Eckpunkten mittels Papierschablone auf die Kontur für die Richtungsänderungen des Innenflansches.

Schweisskantenvorbereitung: allein für die Schweissarbeiten am dreiteiligen Mast waren über 100 Arbeitsstunden von geprüften Schweissern nötig.

Auch für den 4 m hohen und 6 m breiten Ring am oberen Ende des «Wegweisers» kam viel Papier für das Abtragen der Eckpunkte zum Einsatz.

Zusammenfügen eines Längsstosses: der Mast wurde in 3 Einzelteilen hergestellt und ist mit rund 6 t ein beeindruckendes Schwergewicht.

Die geprüften Materialien mit Zertifikat wurden von Hand bearbeitet, um die formalen und gestalterischen Ansprüche erfüllen zu können.

Ein 24 m langer Sattelschlepper transportierte den stählernen Mast von den Werkhallen in Biglen zum ZPK nach Bern.

Die Dachwellen des ZPK «en miniature»: für die Lackierung brauchten die drei Einzelteile des Rings viel Licht, Luft und Raum.

Vormontage des Rings auf der Baustelle beim ZPK: vor den mächtigen Stahlbögen relativierten sich die Grössenverhältnisse.

Endmontage und termingerechte Aufrichte: der «Wegweiser» hängt an sechs M33-Schrauben im Fundament, welches auf sechs Mikropfählen 15 m tief im Boden sicher verankert ist.

Höhe Wegweiser: Sichtbarer Teil ab Gelände = 19275 mm - Gesamtlänge bis Oberkante Fundament = 19555 mm

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